# IfA-Studie 2025 in der Werkstatt-Praxis: Fünf Erkenntnisse für Inhaber.

*Quelle: https://www.digistaff.de/ratgeber/ifa-studie-2025-werkstatt-praxis.html*

> IfA-Studie 2025: Fünf KI-Erkenntnisse für inhabergeführte Kfz-Betriebe, praxisnah eingeordnet. Was Werkstätten jetzt konkret umsetzen können.

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Markt & Studien · 4. Mai 2026

Das Institut für Automobilwirtschaft (IfA) hat im Mai 2025 zusammen mit ZDK,
Steinaecker Consulting und DISERVA eine 60-seitige Studie zu Künstlicher
Intelligenz im Kfz-Gewerbe vorgelegt. 64 konkrete Lösungen, vier Anwendungsbereiche,
sieben Erfolgsfaktoren. Hier die fünf Lehren, die ein inhabergeführtes Haus mit
fünf bis dreißig Mitarbeitern aus der Studie tatsächlich ziehen kann.

Von Ronny Schumann · DIGISTAFF Berlin
·
Lesezeit ca. 8 Min.

Werkstatt-Analyse auf Basis der IfA-Studie 2025: 64 KI-Lösungen im Praxistest Bild: KI-generiert

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Ronny Schumann · [Gründer DIGISTAFF](https://www.linkedin.com/in/ronny-schumann)

14 Jahre Autohaus- und B2B-Vertrieb, ehem. SEAT Topverkäufer. Spezialisiert auf KI-Agenten für Werkstatt- und Autohausbetriebe in Deutschland.

## Das Wichtigste in einer Minute

* **Prozesse vor Tech:** 75 Prozent der KI-Projekte scheitern an festgefahrenen Prozessen, nicht an der KI selbst.
* **Vier Anwendungsbereiche:** Service ist für Mittelstands-Werkstätten der natürliche Einstieg, nicht Marketing.
* **Kunden-Skepsis:** über alle Use-Cases mehr Skeptiker als Interessierte, besonders bei Kunden 50 plus.
* **Optimize and Play:** die für die meisten Häuser passende Stufe ist nicht ChatGPT-Plug, nicht Eigenbau.
* **RAG-Modelle:** nächster branchendurchdringender Schritt, lösen das Datenschutz-Problem klassischer KI.

## Warum diese Studie wichtig ist

In der Branche kursieren viele Marketing-Texte zum Thema KI, von Anbieter-Webseiten
bis zu Hersteller-Newsletter. Was bislang gefehlt hat: eine wissenschaftlich fundierte,
branchenneutrale Bestandsaufnahme aus Sicht des Mittelstands. Genau das hat die IfA
2025 vorgelegt, in Kooperation mit dem ZDK als offiziellem Verband. Damit ist die
Studie kein Marketing-Beitrag, sondern eine Branchen-Referenz.

Wir haben die 60 Seiten aus Sicht eines Werkstatt-Inhabers gelesen, der morgens das
Haus aufschließt, Annahme macht, abends Akten nachpflegt. Aus dieser Brille fünf
Erkenntnisse, die nicht im Marketing-Material stehen.

## Erkenntnis 1: Prozesse vor Tech

Die IfA hat 185 Unternehmensvertreter zu den größten Hürden bei der KI-Einführung
befragt. Das Ergebnis ist eindeutig.

* Festgefahrene Prozesse: 75 Prozent große Hürde
* Datenschutzbestimmungen: 70 Prozent große Hürde
* Kein geeignetes Personal: 64 Prozent große Hürde
* EU-Regulierung: 63 Prozent
* Verlust der Kontrolle über interne Daten: 60 Prozent
* Überzeugung der Geschäftsleitung: nur 29 Prozent

Was das heißt: der Inhaber selbst ist meistens nicht das Problem, sondern die
Prozesslandschaft im Betrieb. Wer Annahme, Rückrufe, Termin-Hygiene, Kostenvoranschlag
und Teile-Klärung in mündlichen Übergaben und Outlook-Notizen führt, hat zuerst ein
Prozess-Problem, dann ein KI-Thema. KI auf einen unklaren Prozess zu setzen, beschleunigt
Chaos statt es zu lösen.

**Konsequenz für die Praxis:** bevor man KI evaluiert, eine Woche lang den
Ist-Prozess sauber dokumentieren. Welche Anfragen kommen rein, wer übernimmt sie,
wo bricht es. Der Audit selbst kostet keine Software. Wer die Übung nicht macht,
kauft sich ein KI-Tool, das die alten Probleme schneller produziert.

## Erkenntnis 2: Service ist der Mittelstands-Einstieg, nicht Marketing

Die Studie ordnet 64 Lösungen in vier Anwendungsbereiche: Marketing, Kundeninteraktion,
Handel und Service. Auf den ersten Blick scheinen alle vier gleichwertig. Bei näherem
Hinsehen sieht das anders aus.

Marketing-Tools sind branchenübergreifend leicht verfügbar. Der Effekt für eine
Werkstatt mit acht Mitarbeitern ist begrenzt. Handel-Tools (Ankauf, Bestand, Insertion)
lohnen sich erst ab größeren Beständen. Kundeninteraktion (Chatbots, Voicebots) ist
sichtbar, aber laut Studie auch der Bereich mit der höchsten Kunden-Skepsis bei der
Zielgruppe Inhaber-geführter Häuser.

Service ist anders. Hier liegen die echten Engpässe: Termin-Annahme, Rückruf-Schleifen,
Kostenvoranschlag, Teile-Bestellung, Service-Erinnerung, Fahrzeug-Hereinnahme. Das ist
die Domäne, in der jede Stunde Entlastung direkt ankommt, beim Servicemeister, beim
Werkstattleiter, beim Inhaber selbst. Genau hier lohnt sich der erste KI-Pilot, nicht
auf der Marketing-Bühne.

## Erkenntnis 3: Die Kunden sind skeptischer als gedacht

Die IfA hat parallel 1.240 Endkunden zu zwölf KI-Use-Cases befragt. Über alle
Anwendungsfälle hinweg ist die Anzahl der Skeptiker höher als die der Interessierten.
Das ist nicht trivial.

* Kunden über 50 Jahre sind besonders skeptisch.
* Kunden bis 30 Jahre sind am offensten.
* Neuwagenkäufer sind offener als Gebrauchtwagenkäufer, auch über Altersgrenzen hinweg.
* Direkte Kundenkommunikation per Chatbot oder Voicebot wird stärker abgelehnt als personalisierte Empfehlungen.

**Konsequenz für die Praxis:** wer als Mittelstands-Werkstatt den ersten
KI-Schritt geht, sollte damit nicht ans Kundenohr. Hintergrund-KI, die das Team entlastet,
ohne dass der Kunde sie als KI wahrnimmt, ist die kluge Wahl. Konkret: das Webformular
versteht die Anfrage und legt einen sauberen Termin-Vorschlag im Cockpit ab. Der Kunde
sieht eine schnellere Bestätigung, mehr nicht. Das spart Reibung, ohne Skepsis zu wecken.

## Erkenntnis 4: Optimize and Play ist die richtige Stufe

Die Studie unterscheidet vier Einbindungs-Umfänge bei der KI-Nutzung im Betrieb.
Welche passt für ein Mittelstands-Haus?

* **Open and Play:** ChatGPT, Copilot, Prompts auf Webseiten Dritter. Günstig, aber laut Studie meist nicht DSGVO-konform.
* **Plug and Play:** Drittanbieter-Bot in die eigene Webseite eingebettet. Datenverarbeitung oft in den USA, Konformität individuell zu prüfen.
* **Optimize and Play:** Drittlösung mit betriebsindividuellem Pre-Training auf eigenen Daten. DSGVO-Grundlage gegeben.
* **Engineer and Play:** eigene KI programmieren und trainieren. Laut Studie für die meisten Häuser nicht realistisch.

Die Studie ist hier deutlich: *„Für die überwiegende Anzahl an Autohausunternehmen
eignen sich die ersten drei Einbindungsumfänge. Das Programmieren und Trainieren einer
eigenen KI dürfte hingegen die allermeisten Autohäuser an kompetenzseitige Grenzen bringen."*

Praktisch gesehen ist Optimize and Play die einzige seriöse Wahl, sobald Kundendaten
ins Spiel kommen. ChatGPT-Wrapper sind günstig, aber rechtlich fragwürdig. Eigenbau
ist für 5 bis 30 Mitarbeiter zu komplex und zu teuer. Optimize and Play ist die
Mittelstand-Stufe.

## Erkenntnis 5: RAG-Modelle sind der nächste Schritt

Im Ausblick-Kapitel der Studie steht eine bemerkenswerte Prognose. Zitat:
*„RAG-Modelle [Retrieval Augmented Generation] können mit recht großer Sicherheit
als nächster, branchendurchdringender Entwicklungsschritt bezeichnet werden."*

Was ein RAG-Modell ist, in Werkstatt-Sprache: ein Sprachmodell beantwortet eine
Anfrage nicht aus Allgemeinwissen, sondern greift gezielt auf eigene Datenquellen zu,
etwa das DMS, die Servicehistorie eines Kunden, den Teilebestand. Dadurch sind die
Antworten konkret, aktuell und nachvollziehbar. Und: das Modell sieht nur, was Sie
ihm zugänglich machen. Datenschutz wird kontrollierbarer als bei klassischen LLMs.

Genau dieses Szenario beschreibt die IfA wörtlich auf Seite 55:
*„Beispielsweise hört ein KI-Agent bei der Dialogannahme mit und bestellt ohne
menschliches Eingreifen die für die Werkstattarbeit benötigten Teile, plant Mitarbeiter
sowie Werkstattinfrastruktur ein und übernimmt die Terminkoordination mit dem Kunden."*

Das ist nicht Vision, das wird gerade gebaut. Wer 2026 anfängt, einen RAG-fähigen
Workflow im eigenen Haus aufzusetzen, hat 2027 einen Vorsprung von zwei bis drei Jahren
gegenüber Häusern, die das ignorieren.

## Was Inhaber konkret tun können

Aus den fünf Erkenntnissen vier praktische Schritte, die ein Mittelstands-Inhaber
diese Woche machen kann.

1. **Prozess-Foto machen:** eine Woche lang notieren, wie viele Anfragen
   wie reinkommen, wer sie übernimmt, wo Reibung entsteht. Ohne Software.
2. **Service-Bereich priorisieren:** wenn ein KI-Pilot, dann nicht im
   Marketing, sondern in der Service-Annahme oder im Termin-Workflow.
3. **Anbieter nach DSGVO-Hosting fragen:** bei jedem Tool-Gespräch
   die einfache Frage „wo stehen die Server, wer ist Auftragsverarbeiter". Wer das nicht
   sauber beantworten kann, fliegt aus der Auswahl.
4. **RAG-Bereitschaft prüfen:** hat der Anbieter eine Schnittstelle zu
   Ihrem DMS, oder ist es ein abgekapseltes Standard-Tool. Die Antwort entscheidet,
   ob die Lösung zukunftsfähig ist.

## Eine Beobachtung zum Schluss

Die Studie endet mit einem Satz, der für die nächsten Monate Priorität haben sollte:
*„KI darf kein Selbstzweck sein, sondern muss immer im Zusammenhang mit der Erreichung
von konkreten unternehmerischen Zielen stehen."*

Übersetzt in den Werkstatt-Alltag: ein KI-Pilot beginnt mit einem Schmerz, nicht mit
einer Software-Demo. Wer den Schmerz nicht klar benennen kann, sollte keinen Pilot
starten. Wer ihn benennen kann, hat schon den größten Schritt getan.

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### DIGISTAFF arbeitet nach den sieben Erfolgsfaktoren der IfA-Studie.

Discovery vor Setup. Service-Bereich priorisiert. Hosting in Deutschland
oder der EU, Sprachmodell bei einem europäischen Anbieter. RAG-Architektur
eingebaut. Zwei wöchentliche Reviews. Ausgewählte Pilotmandate für
inhabergeführte Betriebe.

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### Quelle

Maier, B. / Keppeler, F. (2025): KI für Autohäuser und Werkstätten. Menschliche und
Künstliche Intelligenz als Schlüssel zum Geschäftserfolg. Institut für
Automobilwirtschaft (IfA) der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt
Nürtingen-Geislingen, in Kooperation mit Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe
(ZDK), Steinaecker Consulting und DISERVA. Bonn / Berlin, Mai 2025.
Weitere Anbieter und Lösungen sind über die DISERVA-Plattform recherchierbar.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine praxisorientierte Auswahl aus der IfA-Studie 2025
und ersetzt nicht das Lesen der Originalstudie. Zitate sind als solche gekennzeichnet.
Der Artikel gibt die Sicht von DIGISTAFF auf die Branchenlage wieder.

Quellen & Annahmen

**Stand:** Juni 2026

**Quellen:** IfA-Studie 2025 „Künstliche Intelligenz im Kfz-Handel“ (Primärquelle, 64 analysierte Use Cases); ZDK-Branchendaten 2025

**Annahmen:** Prozentwerte (75 %, 70 %, 64 %, 63 %) direkt aus IfA-Studie; Stichprobengröße und Methodik in der Originalstudie dokumentiert

**Hinweis:** Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Die tatsächlichen Werte werden in der Discovery-Phase individuell gemessen.
